Betonsanierung
Bahnbrücke B472 Marktoberdorf

Aus alt mach neu
Brückensanierung Marktoberdorf

Von der Deutschen Bahn AG erhielten wir im vergangenen Jahr 2020 den Auftrag, den aktuellen Zustand der Bahnbrücke über die B472 in Marktoberdorf insbesondere deren tragenden Betonteile zu ermitteln.  Es handelt sich hierbei um eine 1966 erbaute dreifeldrige Spannbetonbrücke mit Schienenverkehr über eine Gesamtlänge von 28 Metern. Anhand eines Gutachtens im Dezember 2020 konnten die Schäden inkl. Karbonatisierungstiefen und Chloridprofilen bestimmt werden und eine konkrete Schadstellenaufnahme erstellt werden. 

Unser Auftrag bestand darin, die festgestellten Schadstellen zu sanieren. Neben den Widerlagern, der Brückenuntersicht, waren vor allem die 4 Stützen hochgradig chloridgeschädigt. Da uns lediglich eine halbseitige Straßensperrung möglich war, begannen wir zuerst mit einer Brückenseite. Die kompletten Arbeiten wurden unter laufendem Bahnbetrieb und Straßenverkehr durchgeführt. Als erster Schritt musste der ca. 2,40 Meter bis zum Stützenfundament tiefe Aushub erledigt werden. Anschließend wurde rund um die Säulen ein Gerüst aufgebaut, an dem eine Schutzvorrichtung angebracht wurde. Diese benötigten wir für das darauf folgende Höchstdruckwasserstrahlen. Eine besondere Herausforderung war, dass durch das HDW-Strahlen zwar die vorhandene Bewehrung freigelegt werden sollte, jedoch maximal 7 cm Beton abgetragen werden durfte, da sonst Einsturzgefahr bestanden hätte. Dieser Vorgang wurde permanent vom zuständigen Ingenieurbüro geprüft und abgenommen. 
Gleichzeitig konnten wir uns an das Stemmen der Überbauten und Widerlager machen. Nachdem das HDW-Strahlen abgeschlossen und der Abtrag vom Ingenieurbüro angenommen wurde, konnten wir mit festem Strahlmittel nachstrahlen und beginnen, die zusätzliche Eisen-Bewehrungszulage gemäß statischen Vorgaben einzubauen. 
Darauffolgend mussten nachträgliche Bewehrungsanschlüsse hergestellt werden. Das Ingenieurbüro gab uns vor, wie die neue Stützenbewehrung inkl. Bewehrungskorb auszuführen ist. Als dies passiert war, konnte die sonderkonstruierte Rundschalung für Spritzbeton angebracht werden. Der Stützenquerschnitt wurde von 85 cm auf 105 cm erhöht. Und tatsächlich waren die Stützen auch nach unserem Spritzbetonauftrag noch rund!

Bei den Überbauten und den Widerlagern kam zur Reprofilierung ein PCC-System zum Einsatz. Anschließend war noch ein Feinspachtel aufzubringen und dieser mit einer Beschichtung gemäß Oberflächenschutzsystem-C zu versehen. 
Dieser soll dafür Sorge tragen, dass der CO2-Eintrag gehemmt wird und die Karbonatisierung langsamer voranschreitet, wodurch sich vorhandene Bewehrungsstähle länger im alkalischen Milieu befinden. 


Abschließend zur ersten Brückenseite wurde der abgetragene Boden wiedereingebaut und verdichtet, der Basalt-Natursteinbelag wiederhergestellt und die in Anspruch genommenen Flächen gereinigt. Die undichten Kappenfugen, die sich oben im Gleisbereich befunden haben, wurden mithilfe eines Sicherungsplans und einer Sicherungsfirma instandgesetzt. 

Sobald diese Arbeiten auf der einen Brückenseite abgeschlossen waren, wurde die Verkehrssicherung auf die andere Straßenseite versetzt und die identisch gleiche Vorgehensweise bei den gegenüberliegenden Stützen, Widerlagern und Überbauten gestartet. 

Die gesamte Sanierung nahm ca. 8 Wochen in Anspruch. 

Mathias Schäfer

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